Vitrinen mit Fossilien aus dem Campan von Hannover im Niedersächsischen Landesmuseum Hannover

Udo Frerichs
Im Niedersächsischen Landesmuseum Hannover (NLMH) waren vor dem Umbau anlässlich der EXPO 2000 nur wenige Fossilien aus dem Campan von Misburg und Höver und danach so gut wie gar keine mehr zu sehen. Deswegen gab es unter fachkundlichen Besuchern viel negative Kritik, zumal der Raum Hannover wegen des Reichtums an Oberkreidefossilien sehr bekannt und unter Sammlern entsprechend gefragt ist.

Aufgrund einer gemeinsamen Initiative von Frau Dr. Annette Richter (vormals Broschinski) vom NLMH und dem Vorstand des APH wurde beschlossen - als Teilaufgabe zur "Wiederbelebung" und Intensivierung der Zusammenarbeit - mehrere Vitrinen mit Fossilien aus dem Campan der Mergelgruben in Misburg und Höver zu bestücken und im Raum mit der nachgebildeten Steinbruchwand zu installieren.

In einem ersten Schritt wurden die Bestände im Depot des NLMH durchgesehen und entschieden, was sich an vorhandenem Material für eine Präsentation eignet und was von Mitgliedern des APH zur Komplettierung beigesteuert werden könnte.

Seit gut einem Jahr sind die Vitrinen nun am vorgesehenen Platz aufgestellt. Aus verschiedenen Gründen dauerte es allerdings bis ca. Mai 2007 bis die Ausführung der Schilder mit den Namen und der Herkunft der Fossilien und die Positionierung an den Rückwänden der Vitrinen in einen vorläufig optimalen Zustand gebracht werden konnten.

In den Vitrinen wird ein nahezu kompletter Überblick über alle Fossilien gegeben, die im Campan der Mergelgruben gefunden wurden. Darunter befinden sich etliche Raritäten, die von einigen Mitgliedern des APH entweder als Dauerleihgabe oder als Übereignung zur Verfügung gestellt wurden; siehe hierzu die Abbildungen 1 bis 3.




Bild 1: Gesamtansicht der 4 Vitrinen mit Oberkreidefossilien. An der Stirnseite (vorn rechts) befindet sich die neue Hinweistafel mit Informationen über den APH und der Behälter mit APH-Flyern.




Bild 2: Fach mit Seeigeln aus dem Untercampan von Höver und Misburg




Bild 3: Fach mit den Versteinerungen von verschiedenen Kopffüßern sowie Schnecken; dazu ein Modell des rezenten Nautilus.



Prunkstück der Präsentation ist ein nahezu vollständig und im ursprünglichen Zusammenhang überlieferter großer Raubfisch der Gattung Enchodus *) von ca. 90 cm Länge, der aus den turonen Schwarzschiefer-Schichten der ehemaligen Grube der Hannoverschen Portland Cementfabrik (HPCF II) stammt und von der Werksleitung der Teutonia Zement-Werke als neuem Eigner dem Museum gestiftet wurde.

Die Ausstellung wird durch die Möglichkeit, sich Video-Filme über die damaligen Meerestiere anzuschauen, unterstützt und kann aus unserer Sicht als gut gelungen bezeichnet werden, was durch zahlreiche positive Rückmeldungen von Besuchern bestätigt wird.

*)Über dieses Fossil wird in absehbarer Zeit an dieser Stelle noch detaillierter berichtet.